97. Tag: Neue Höhen erklimmen – Die beiden höchsten Gipfel meiner Reise

Heute ging es zur nur drei Stunden entfernten Regensburger Hütte. Aufgrund zweier Umwege wurde die Wanderung jedoch zu einer 6-stündigen Tour. Gleich am Morgen bestieg ich den 2913 Meter hohen Östlichen Puetzgipfel, und gegen Mittag erreichte ich den 2909 Meter hohen Piz Duleda. Beides waren steinige Gipfel mit viel Geröll und einem steilen Aufstieg. Besonders beim Piz Duleda fehlten jegliche Farbmarkierungen. Einzig ein Schild in der Nähe der Nives-Scharte (2740 m) wies die Richtung. Die Wegspur war nicht immer zu 100 % klar, aber die Orientierung war nicht wirklich schwierig. Einfach immer nach oben, bis man im Westen ein Kreuz sieht. Ich bin stolz darauf, beide Gipfel erklommen zu haben. Bisher konnte ich die Besteigung von Gipfeln über 2900 Meter an einer Hand abzählen. Nun hat sich die Zahl um 50 % erhöht, von vier auf sechs. Und beide Gipfel sind die zwei höchsten meiner Reise.

Das Wetter war heute drückend heiß. Die Hitze machte außerhalb der Gipfel, wo ordentlich Wind wehte, ganz schön zu schaffen. Am Abend war ich ziemlich erschöpft. Als ich die Regensburger Hütte erreichte, zeichneten sich bereits Wolken am Himmel ab. Am frühen Abend brach eines der heftigsten Gewitter aus, die ich je mit eigenen Augen beobachten durfte. Der Wind war so stark, dass sich die Tür der Hütte kaum öffnen ließ. Es blitzte und donnerte, und es regnete wie aus Eimern. Sogar der Strom fiel für mehrere Minuten aus, und man merkte, wie dunkel es draußen wurde. Nach dem Gewitter kam die Sonne wieder hervor, und die letzten Tagestouristen verließen die Hütte.

Die Regensburger Hütte kann mit dem Auto versorgt werden und ist nur eine kurze Wanderung von einer Seilbahnstation entfernt. Entsprechend komfortabel ist die Unterkunft. Der Schlafraum bietet großzügige Abstände zwischen den Doppelstockbetten und ist nur zur Hälfte belegt. Das Essen gefällt mir sehr gut, es ist lecker, die Portionen sind groß und es ist relativ günstig. Die Aussicht von der Hütte auf das grüne Gras und die grauen Felsen ist einfach ein Traum.

In der Hütte lernte ich eine junge Schweizerin kennen, die genauso wie ein Belgier den Dolomiten Höhenweg 2 läuft. Dann ist da noch David, der eigentlich von Osttirol bis nach Nizza über die Alpen laufen wollte. Gesellschaftliche und berufliche Verpflichtungen ließen ihm leider nicht die drei Monate Freiraum, die er sich gewünscht hatte. Stattdessen hatte er nur drei Wochen Zeit und will nun die Dolomiten erkunden. Doch sein Knie scheint ihm das nicht zu gönnen, da er bergab unter großen Schmerzen leidet.

Gipfel:
360 Grad Video
Fotos:

Karte:

Gesamtstrecke: 14194 m
Maximale Höhe: 2891 m
Minimale Höhe: 2021 m
Gesamtanstieg: 1030 m
Gesamtabstieg: -1470 m
Download file: 2023-07-18 074940.gpx

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert